Stockenten
brüten seit 2002 in unserem BalkonkastenStockenten = Anas platyrhynchos, Familie Entenvögel / Anatidae
Auszug aus der Information vom NABU bezgl. brütender Stockenten:
"Die Stockente ist ein besonderes Beispiel für die Urbanisierung einer Wildtierart in der Großstadt. Ein nicht unerheblicher Anteil Enten nutzt ungünstige und für die flugunfähigen Jungenten lebensgefährliche Orte wie Balkone, Dächer oder Gebäudenischen für ihre Bruten. Auch in diesem Fall bitten wir um Ihre Unterstützung! Nur wenn wir rechtzeitig von diesen gefährdeten Entenbruten an Gebäuden erfahren, ist wirksame Hilfe möglich."
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2002 |
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Der Erpel stellt der Ente (Schnatti) erstmals den Nistplatz vor. Vermutlich wurde es mit der Brut in diesem Jahr nichts, weil die Koniferen noch zu klein waren - oder der Erpel keine ausreichenden (Tief-)Baukünste vorweisen konnte. |
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2003 |
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Das Nest mit allen 9 Eiern im 6. Stock (Dachgeschoss). Schnatti legte ab Ostern neun Tage lang jeden Tag ein Ei und brütete anschliessend genau 25 Tage bis Ende Mai. Schnatti verlies in der Abenddämmerung nur für ca. 10-20 Minuten das Nest . Möglichkeit für uns etwas Wasser & Brot hinzulegen, um sie an uns zu gewöhnen. |
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Das Nest mußte vor heranfliegenden Krähen und Elstern mit Tannenzweigen geschützt werden. In 2003 war dieser Andrang besonders groß. |
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Da die Küken Nestflüchter sind, was aus dem 6.OG nicht zu bewerkstelligen gewesen wäre, haben wir auf Anraten des NABU das Nest nach und nach mit Maschendraht eingezäunt und zum Schlüpfen den NABU verständigt. Die Mitarbeiter des NABU haben Schnatti und die Küken gefangen und "eingepackt". Dann ging´s zur Datenerfassung, danach zum nächstgelegene Teich zum auszusetzen. |
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Schnatti wurde im Servicewagen gewogen, ihre Flügellänge gemessen und mit einem Ring am Bein versehen ( Nr: 52155). Anschliessend wurden allesamt im nächsten Teich ausgesetzt. Leider waren es nach zwei Tagen nur noch 8 von 9 Küken. Vermutlich bedingt durch einen nächtlichen Wechsel zu einem größeren Teich. |
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"Die ersten Schritte im nassen Element"
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| 2004 | |
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Schnatti legte auch 2004 wieder im gleichen Blumenkasten an der gleichen Stelle ihre Eier ab. Dieses Jahr pünktlich zu Ostern. Insgesamt wurden es diesmal 11 Stück. Und es gab deutlich weniger Angriffe von Krähen und Elstern. |
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In 2004 blieben die Küken noch eine Nacht im Nest,
bis alle trocken und fit waren. Gleich früh, als der NABU noch nicht
angereist war, versuchte Schnatti die Kleinen zum Teich zu lotsen. Allerdings
verhinderte der Maschendraht Schlimmeres, so daß sich alle auf dem
Balkon sammelten. In der Morgensonne war es noch nicht sehr warm, so dass
die Kleinen regelmäßig gewärmt werden mußten.
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Die Küken folgten der Mutter auf Schritt und Tritt.
Schnatti, die zwei Stunden lang nach einem Ausweg runter vom Balkon suchte,
wäre dabei fast auch bis in unser Wohnzimmer kommen.
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Der NABU hat auch dieses Jahr wieder gute Arbeit geleistet, hat die Ente & Küken eingefangen und Schnatti erneut vermessen. Alle wurden dieses Jahr gleich im größeren Teich ausgesetzt, um so eine nächtliche Wanderschaft zu verhindern. |
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Leider waren eine gute Woche später nur noch 4
Küken übrig. Vermutlich weil es kurz nach dem Schlüpfen
einige Male annähernd 0°C in der Nacht gab, und die Kleinen diese
Kälte evtl. nicht verkraften konnten.
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Diese Aufnahmen sind nur eine kleine Auswahl und sollen einen Überblick geben, wie uns die Ente seit einigen Jahren immer wieder im Balkonkasten besucht. Während des Eierlegens, und auch während des Brütens hat sich Schnatti weder von uns noch von den Krähen und Elstern stören lassen. Auch der (oder die, da vermutlich verschiedene) Erpel hat sich jedes Jahr zum Anfang der Brut in den Morgen- und Abendstunden auf dem Dachfirst oder den Nachbardächern niedergelassen, um nach dem Rechten zu sehen.
Alles in Allem ist es für uns Großstädter ein einzigartiger Einblick in den Alltag der Enten; wie sie das Überleben zwischen den Häuserschluchten von Berlin (Alt-Tempelhof) Jahr für Jahr meistern, wenn auch mit unserer Hilfe. Der NABU hat 2004 übrigens ca. 70 solcher Entennester erfaßt, betreut und nach dem Schlüpfen zum Teich begleitet.
Zur Population generell muß noch von uns Laien gesagt werden, dass im Frühjahr/Sommer 2003 etliche Entenfamilien mit zahlreichen Jungen in den drei Teichen unseres Parks anwesend waren. In 2004 dagegen waren nur sehr spärlich Entenfamilien zu beobachten. Und wenn, dann nur mit stark verminderter Kükenanzahl ggü. 2003, was vielleicht nicht nur auf das anfangs warme, dann aber recht kalte Wetter im Mai 2004 zurückzuführen ist.
Schnatti und ihre Küken haben bei uns natürlich viele Fragen aufkommen lassen, die wir teilweise durch die unten aufgelisteten Links beantwortet bekommen haben.
- NABU - Naturschutz Bund (Berlin)
- Stockenten - Erfahrung, Zoologie, Verbreitung
- Die Stockente
- Forum für aller Art von Geflügelrassen, -Aufzucht und Pflege
Zeitungsausschnitte:
- Berliner-Morgenpost: Entenalarm vor dem Bundestag
- Berliner-Morgenpost: Gewinner Entenfamilie
- Berliner-Morgenpost: Entendrama in Köln
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Für Anfragen/Interesse bitte diese EMAIL-Adresse verwenden: christoph{@}dehm.net